3. Sonntag nach Erscheinung des Herrn

 

Der Text des heutigen Sonntagsevangeliums entstammt dem Wunderkapitel des Mt.Ev. Voraus geht die Bergpredigt, die erste gro§e Rede des Herrn. Jesus sprach wie einer der Macht hat. Und so folgt auf sein Wort in der Bergpredigt das Werk seiner Wundertaten, auf das Zeugnis des Wortes das Zeugnis des Wunders.

Diese Wunder Christi sind Machtzeichen und stehen im Dienste der Reichgottespredigt des Herrn, sie sind die Beglaubigung fŸr seine Worte, sie haben Beweiskraft, sie sind Zeichen und fordern den Glauben. Darum das klare Wort Christi an die PharisŠer: !ÒObwohl Jesus so viele Wunder vor ihnen gewirkt hatte, glaubten sie doch nicht an ihnÒ (Jo 12,37).

Wie anders die beiden Menschen, von denen heute im Ev. die Rede ist: Der AussŠtzige, der glaubt, dass Jesus die Macht hat ihn von seiner fruchtbaren Krankheit zu befreien. Und der heidnische Hauptmann, der fŸr seinen erkrankten Angestellten bittet und wie der Herr sich bereit erklŠrt, ihn aufzusuchen und zu heilen, dann das Wort des Glaubens spricht: Herr, sprich nur ein Wort und mein Knecht wird gesund.

Ja, so gro§ und bewundernswert war der Glaube dieses noch heidnischen Hauptmannes, dass Christus den staunenden Ausspruch tat: ãWahrlich, ich sage euch, einen so gro§en Glauben habe ich in ganz Israel nicht gefunden.Ò

Das in seinen Hauptvertretern unglŠubige Judentum von damals, das im heidnischen Hauptmann reprŠsentierte Heidentum von damals, das zum Glauben bereit war.

Wie steht es heute mit dem Glauben?

Wie steht es mit dem Glauben bei uns, die wir uns noch GlŠubige nennen? Im HebrŠerbrief, vor allem Kapitel 10,36 bis 11,6 ist uns eine einzigartige Mahnung zur Ausdauer im Glauben Ÿberliefert, die gerade wir, die wir einem glaubensschwachen Geschlecht angehšren, oft auf uns wirken lassen sollten.

Da wird im Hebr 11,6 eine fundamentale Feststellung gemacht: dass nŠmlich der Glaube die unumgŠngliche Voraussetzung ist, um vor Gott bestehen zu kšnnen. Wer zu Gott kommen will, muss glauben! Ohne Glauben kommt keine lebendige Verbindung mit Gott zustande.

Dann wird im Hebr 11,1 eine gro§artige Antwort gegeben auf die Frage, was denn der Glaube ist. Der Glaube ist das feste Vertrauen auf das, was man erhofft und er ist das †berzeugtsein von dem, was man nicht sieht, aber doch viel wirklicher ist als die sichtbare, mit den Sinnen wahrnehmbare Wirklichkeit. Der wahrhaftige Gott verbŸrgt die Wahrheit dessen, was wir im Glauben fŸr wahr halten.

Gott spricht zu uns Menschen in der Offenbarung durch die Patriarchen und Propheten und zuletzt durch den menschgewordenen Sohn Gottes Jesus Christus. Der Mensch aber hat auf das offenbarende Wort Gottes die Antwort zu geben im Ja des Glaubens. Herr, ich glaube, dass es so ist, wie du uns sagst, auch wenn ich es nicht einsehe und begreife. Ich traue dir, ich vertraue auf dich, ich glaube.

Wer aufmerksam die Hl. Schrift des AT und NT liest, der stš§t immer wieder auf die Ÿberraschende Feststellung, welch hohe, ja entscheidende Bedeutung Gott dem Glauben der Menschen beimisst. Wenn man im NT Seite um  Seite liest, wie Christus immer wieder den Glauben fordert, den Glauben dort, wo er ihm entgegengebracht wird, preist und wie er seine Apostel, seine JŸnger durch Wort und Tat zum Glauben erzieht, wie spŠter die Apostel selber in ihren Briefen den Glauben einschŠrfen, dann kommt einem unwillkŸrlich die Frage: Ja, warum denn das? Was ist es denn um den Glauben des Menschen, dass er vor Gott so viel gilt?

Und die Antwort: Der Glaube ist der Anfang und die Grundlage unseres ganzen religišsen Lebens, er stellt die Verbindung mit Gott her, er ist das gro§e Jawort zum wahrhaftigen Gott, grš§er und erhabener ist dieses Jawort, als jenes, das zwei Menschen sich am Traualtar geben, um sich miteinander zu verbinden. Das Jawort des Glaubens verbindet uns mit Gott, es soll aber ein Ja des Herzens, ein Ja des Verstandes, ein Ja des ganzen Lebens zum wahrhaftigen Gott sein:

1.    Das Ja des Herzens: Das lat. Wort fŸr Glauben: credo = cor do, ich gebe das Herz, mein Herz an Gott hin. Er ruft mich an: willst du es wagen mit mir? Willst du mir ganz und vorbehaltlos vertrauen? Und der Mensch sagt mit seinem ganzen Herzen das Ja zu Gott, er glaubt, er lŠsst Gott in sein Herz ein, er lŠsst sich mit Gott ein, weil sein Herz ihm sagt: Er ist der gro§e, heilige, wahrhaftige und getreue Gott, der da um mein Herz wirbt.

Aber Glauben sagt noch mehr. Zum Ja des Herzens gesellt sich von selbst

2.    Das Ja des Verstandes: Noch einmal: wie ist das, wenn zwei Menschen den Bund fŸrs Leben schlie§en? Dann teilen sie einander mit, was sie sich zu sagen haben, ihre Erlebnisse, ihre Erkenntnisse, ihre Geheimnisse, und sie glauben einander, was sie sich sagen, wenn und solange sie Ehrfurcht voreinander haben. Ganz Šhnlich nun ist es wieder, wenn der Mensch sein Ja zum Gott der Offenbarung spricht. Und doch wieder anders. Denn der beste Mensch, dem wir glauben und vertrauen, kann sich irren, kann sich tŠuschen, kann auch enttŠuschen. Gott aber nie, er ist die Wahrheit in Person, die Treue in Person. Darum kann auch das Ja des Verstandes, das wir Gott im Glauben sagen, so gro§ sein, weil wir wissen: Du, o Gott, bist grš§er als mein Verstand, grš§er als mein Herz, was du sagst, das stimmt, auch wenn ich es nicht einsehe und begreife. Darum: was immer du mir sagst und sagen lŠsst durch deine Boten (die Propheten, die Apostel, vor allem durch deinen Sohn Jesus Christus), das nehme ich an, das nehme ich in mich auf, darauf baue und vertraue ich, weil du, o Gott, die Wahrheit selber bist!

Wir dŸrfen im Glauben aber noch einen Schritt weitergehen und ein drittes Ja wagen:

3.    Das Ja des ganzen Lebens: Denken wir nochmals an das Jawort am Traualtar: Gilt es etwa nur fŸr den kurzen Augenblick, da es gesprochen wird? Nein, es will und soll fruchtbar werden fŸr das ganze Leben. Es ist der Anfang einer lebenslangen Gemeinschaft, eines zweieinigen Miteinander- und FŸreinanderlebens. Ja noch mehr: Es soll der Quellgrund neuen Lebens werden. So heilig und weittragend ist dieses Ja, dass es hineinreicht in die fernste Zukunft.

 

Und das Ja des Glaubens? Auch dieses Ja soll fruchtbar werden nach Gottes Willen, es soll sich auswirken in Tat und Leben, in guten Werken, die geadelt und geweiht werden durch jene grundlegende Tat des Glaubens, ohne den es unmšglich ist, Gott zu gefallen.

Und Gott? Er lŠsst sich an Gro§mut von uns Menschen nicht Ÿbertreffen. FŸr das Ja des Lebens aus dem Glauben an ihn, fŸr dieses Ja des Glaubens, das treu durch das ganze Leben hindurch hochgehalten wird, schenkt Gott den Glaubenden sein eigenes gšttliches Leben, keimhaft schon hier auf Erden in der Gnade, endgŸltig und vollendet dann in der Ewigkeit, wenn der Glaube Ÿbergeht in seliges Schauen dessen, was wir hier auf Erden auf Gottes Wort hin geglaubt haben.

Nun zum Schluss nur die Frage: Ist der Glaube nicht etwas Gro§es?